Der ultimative Pommesbudentest

Zur Pfanne

Maaseiker Str. 21, Wegberg
Öffnungszeiten: Di-Sa 12-15h, 17h-21.30h
So und Mo 17h-21.30h
Getestet am 07.03.05

Da unser 400. Schnutentag auf einen Montag fiel sollte sich der Testkreis schließen und der Nachfolger des eigentlichen Testauslösers musste sich unserer berühmten Verköstigung stellen. Also zu Dammer's (wie immer nur echt mit dem Deppenapostroph) Nachfolger: Das Grillrestaurant heißt nun "Die Pfanne", benannt nach dem früheren Eyecatcher dieses Etablissements: Dammer hat in dieser Pfanne seinerseits regelmäßig das Tagesessen zubereitet.

Der Gastraum wurde umgestaltet, im Schaufenster stapeln sich nun Pizzaschachteln, statt Gyros gibt es Döner und die namensgebende Pfanne wurde durch einen Pizzaofen ersetzt! ("Die Pfanne haben wir aber noch in der Küche, können wir was mit machen.") Geräumig, sauber, hell, im Gastraum gut besucht bot sich "Die Pfanne" beim Betreten dar. Es grillte allerlei Fleisch und roch einladend. Der Meister des Hauses arbeitete hart am Grill und empfing uns ohne uns wiederzuerkennen. Uns, die wir ihm wenige Tage nach Eröffnung auf den Reiz der Öffnung am Wegberger Montag hingewiesen hatten. Uns!
Eine unscheinbare blonde junge Dame wurde angewiesen unsere Bestellung zu notieren,und es nahm seinen Lauf...

Die Bestellung verlief in etwa so ab:
"Zwei Currywurst SPEZIAL. bitte... - scharf! Richtig scharf!"
"Ja!"
*notiert* Jetzt verschwindet sie ersteinmal und fummelt irgendwas rum.
"eine große Portion Pommes..."
"Ja!",
schon weniger selbstsicher, sie findet sich aber wieder:
"Ähm, kommt da noch was drauf?"
"Naja... Mayo... eine doppelte Portion - aber nicht drauf, sondern in einem Extra Schälchen"
...und da schwamm die Gute zum ersten mal... Entsprach wohl nicht ihren Mayovorstellungen. Tja!
"Also, zwei Currywurst..."
"SPEZIAL"
"mit einer großen Pommes!?!"
"Naja, extra. Also zwei Würste, und eine Pommes - drei Speisen. Und noch eine Frikadelle!"
Sie verstand es und begann wieder Boden unter den Füßen zu spüren.
"Also kann ich die Wurst in so eine Schale tun?" *Frikandelschale hochhaltend*
"Naja, wenns reinpasst... ist ja SPEZIAL."
Chef: "oder diese hier" *auf Currywurstschalen deutend*
(Stefan glaubt es war ihr erster Tag dort.) Sie stellt die Schalen bereit und steigt in die Verhandlungen ein welche Schälchen sie für die zwei Mayoportionen nehmen könnte. Dabei fällt Benedikt auf, dass sie auf ihrem Zettel nur "07 Scharf" stehen hatte. Das ist auf der Karte eine Currywurst.
"Ähm, die Currywurst war aber SPEZIAL, ne!"
...und wieder wurde das Wasser tiefer...
"Äh, ja. SPEZIAL?" *Pause* "Was issn das?"
"Ja, wie Pommes spezial. Mit Mayo und Zwiebeln."
*Seitenblick zum nickenden Chef* "Ahja." [Hier entstand übrigens die Domain www.schwimmbad-zum-nickenden-chef.de]
Während die Pommes brutzeln schneidet der Chef eigenhändig die Wurst in Stücke. Dienstbeflissen nimmt sie die erste Schale und übergießt die Wurst emsig mit Currysauce.
"Und eine SPEZIAL, oder?"
"Nö. Beide SPEZIAL!"
"oh! - ähm ist das denn schlimm, dass ich jetzt die Sauce...."
An dieser Stelle war sie bereits so weit auf die offene See herausgeschwommen, dass ihr Chef galant den von Benedikt angebotenen Rettungsring annahm und ihr das "Nein, da muss ja eh beides drauf!" weiterreichte.
"Und welche scharf?"
"Beide! Richtig scharf!"

Der Bademeister Chef übernimmt die restliche Bereitung der Würste während sie die zwei Portionen Mayo in Plastikschälchen füllt. In zwei Plastikschälchen... jede Portion in eine (Stefan behauptet, dass das je zwei Portionen pro Schale gewesen seien, Benedikt meint, dass dafür zu wenig in den Schälchen war und sie sich beim Abrechnen nur vertan und lediglich zwei mal doppelte Mayo berechnet hat)!
Beim Herausnehmen der Pommes aus der Friteuse bemerkte Benedikt, dass seine gewünschte Frikadelle noch wohlgekühlt in der Auslage schlummerte, wo sie vor Verderb und Verspeisung sicher war.

Die Pommes sind verpackt, die Würste gesellen sich mit den Mayoschälchen zu ihnen in die Tüte, und es geht ans Abrechnen. Da der Chef im hinteren Teil des Ladens weilt befleißigt sie sich der Kasse. Nachdem sie den Preis für die ihr bisher unbekannte Currywurst spezial in der Gaststube beim Chef erfragen gegangen war, präsentierte sie uns die Rechnung, wobei ihr auffiel, dass die Frikadelle fehlte.
"Macht nichts, nehme ich sie kalt mit!"
Chef (von hinten zurück): "Können wir aber auch schnell heiß machen."
"Nein nein, nicht nötig, sonst leiden die Pommes so in der Zwischenzeit."
Preis: 6,90 €. An dieser Stelle lassen wir unerwähnt, dass sie beim Wunsch nach einer Quittung zum Abreißen des Kassenbons fast die Bedienungsanleitung des Kasse zu Rate gezogen hätte. Ihr Chef ging ja bald helfend zur Hand.

Auf dem Heimweg genossen wir nicht nur den Wohlgeruch der Speisen im Auto, sondern ließen nochmal dieses bisher einmalige Erlebnis an kompetenter Beratung vor unserem geistigen Auge Revue passieren. Doch, das muss man uns lassen: Wir haben die beiden dort wirklich klasse beraten...

Nachdem also der erste Teil nicht so der ganz große Punktelieferant wurde blieb die Hoffnung, dass ein wirklich gutes Essen noch etwas retten würde. Vor Allem eine gewisse Vorfreude auf die Schärfe, die mit "Dönerscharf" erreicht werden sollte, war vorhanden. Auch der nicht unbedingt ästhetische Eindruck beim Auspacken der Futteralien konnte die Hoffnung darauf, dass doch endlich mal was Positives kommen sollte, nicht trüben. Aber...

Die Wurst bestach hauptsächlich durch ihre Kühle, die Mayo durch zu ölige Konsistenz, die Pommes hingegen überwiegend durch Abwesenheit. Davon sollen wir also satt werden - man wird sehen! Das "Dönerscharf" war deutlich mehr "Döner" als "scharf", und wenn man es doch mal geschmacklich erahnen durfte passte die Würzung absolut nicht zur Currywurst. Im Gegensatz zu unserem ersten Besuch außer Konkurenz waren die Zwiebeln diesmal über 3° temperiert. Die Wurst auch. Ganz knapp. Sie war schlicht kalt. Das wärmste war mit Abstand die Currysauce, die langsam auf der Wurst gekühlt wurde.
Die Pommes waren geschmacklich wirklich gut. Auch eine gewisse Knusprigkeit hätte ihnen gestanden. Naja, nächstes Mal vielleicht...

Noch eine Anmerkung: Wir sind uns durchaus bewusst, dass einige Punkte nicht vergeben wurden, da die junge Dame hinter der Theke wohl neu in dem Metier ist. Sicherlich wird der eine oder andere Kritikpunkt in wenigen Tagen keinen Bestand mehr haben. Aber Test ist nunmal Test. Und deshalb nun zu einem wenig erfreulichen...

Fazit:

Der Wegberger Montag, einst Stirn an Stirn mit Käthe von Dammers Köstlichkeiten versüßt, verliert deutlich an Farbe. "Die Pfanne" ist geöffnet - allein die Schnuten gehen, wie zunächst in Erwägung gezogen, nächstes mal zum Thailänder. Der einst als Thronanwärter gehandelte Laden hat sich zum absoluten Schlusslicht entwickelt. Schade.




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Bzzzzzzzzzzz am 07.03.2005      [ Nach oben ]