Wieder Theorie, wieder Notverfahren und dann geht es endlich los.
Erneutes Briefing von Level I, Durchgehen des Sprungs am Boden und dann anziehen. So ein Schirm ist deutlich schwerer als ich dachte. Nun wird der Sprung noch einmal mit Schirm am Boden durchgegangen und dann kam unser Lift. Uwe Jo und ich sind mit einem Tandem im Flugzeug. Eng ist es. Sehr eng! Der Start ist faszinierend, da die Cessna 206 mit einer 450PS Turbine deutlich mehr Leistung hatte als ich es von Flugzeugen dieser Größe kannte.
Nun stehen etwa 20 Minuten Steigflug vor uns und zum ersten mal kam Nervosität auf. Ich versuchte mich zu konzentrieren und sah mir die schöne Gegend an. “Erzähle mir doch noch mal den Sprung!â€? kam dann von Uwe und ich tat es. Danach war wieder Landschaft gucken angesagt und die Nervosität war weg.
Bei knapp 4000m wurde zum ersten mal die Tür geöffnet und der Tandemmaster und sein Gast springen raus. Die Tür geht wieder zu und nach einer Schleife kommt vom Piloten erneut “Tür auf!â€? und diesesmal geht sie für mich auf.
Beim Aussteigen finde ich auf dem Tritt keinen Platz für meinen linken Fuß und erinnere mich dann an Uwes Worte “Wenn ich Dir im Weg stehe latsch' drauf!â€? OK!
WOW! Ich weiß nicht, wie es mir vorgestellt hatte, aber auf jeden Fall nicht so. Das Fallen war etwas aerodynamisches und kein Sturz ins Loch.
Ein Beobachtungskreis: Ein Blick auf den Höhenmesser, ein Durchgeben der Höhe an Jo, der mit das Zeichen gab, dass ich ein stärkeres Hohlkreuz machen soll, dann sein OK, Check zu Uwe, sein OK. Dann drei Griffe an die Ripcord (die Leine zur Öffnung des Schirms), die ganz gut klappen. Gelegentlich Überprüfung der Höhe und bei 2000m die Augen auf dem Höhenmesser auf dem linken Handrücken halten. Bei 1800m dann das verabredete Rütteln der Lehrer. Ich sehe zu Uwe, der mir das “Pull!â€? Zeichen gab.
Ich öffne den Schirm und bin erstaunt über die enorme Bremskraft, die auf mich wirkt. Der Schirm ist OK, nur die Einweisung per Funk kommt nicht. OK, spinnt das Ding halt, es ist ja alles durchgesprochen und die Landewiese habe ich im Blick. Die Landung auf der richtigen Wiese ist etwas schwungvoll und Jos Kombi bekommt einen grünen Streifen aufs Gesäß. (Sorry Jo) Ich höre dann, dass ich die Einteilung der Schirmfahrt grob falsch gemacht habe und die ganze Zeit im Lee des Platzes geflogen bin. Oooops! Stimmt, die Höhe sollte auf der anderen Seite des Platzes abgebaut werden.
Nachdem wir wieder am Platz waren dann die Überlegung. Hat mir das gefallen? Möchte ich das weiter machen? Ist das wirklich mein Sport? Nach ca. einer halben Stunde komme ich zum Ergebnis: Ja! Das ist es! Eine Entscheidung, die mir voraussichtlich viel Spaß und geplünderte Konten einbringen wird. 
Beim Debriefing gebe ich den Sprung aus meiner Sich nocheinmal wieder und Jo und Uwe sagen mir, dass ich stärker auf meine Haltung achten muss. Beim Ausstieg war ich schon nicht ausreichend im Hohlkreuz und habe während des Sprungs immer wieder eine zu flache Haltung eingenommen.
Bei einem Bierchen auf die ersten Sprünge klingt der Abend aus.
Am nächsten Tag können wir leider nicht springen, da der Pilot krank ist.