Untergangsritual

Hin und wieder fahren wir bei schönem Sommerwetter abends ins übernächste Dorf um dort Zeuge eines putzigen Rituals zu werden:

Da traut sich nämlich der scheue Tourist aus seiner Höhle und begibt sich, allein oder in kleinen Gruppen, zum Strand um dort den Untergang der Sonne zu feiern.

Gerne versucht er dabei, ehrfürchtig beschwörende “Ahhhs” und “Oooohs” murmelnd, diese Augenblicke mit modernen kleinen Kameras festzuhalten, um die so entstandenen Werke umgehend mit der ganzen Welt zu teilen, auf dass dies mit nach oben gestreckten Daumen, kleinen Herzen und gelben, lachenden Gesichtern honoriert werden möge – gleichwohl verdrängend, dass solche Fotos nicht mal ansatzweise die Größe und Erhabenheit dieses Moments widerspiegeln.

Um den scheuen Touri bei seinem Ritual nicht zu stören oder gar in die Flucht zu schlagen halten wir uns ein wenig abseits und genießen unsererseits den Blick aufs Wasser – einen Blick, den wir jeden Tag haben könnten, wären wir nicht zu faul für die zehnminütige Anfahrt.

Kaum ist die Sonne untergegangen ist das Schauspiel aber auch schon wieder vorbei und der scheue Tourist zieht sich, andächtig schweigend oder erregt schnatternd, wieder zurück in seine Höhle.

Lediglich ein paar Unerschrockene versuchen mit Hilfe eines Feuers die Sonne zu beschwören, auf dass sie auch am nächsten Tag wieder am Himmel scheinen möge.

Wir Einheimische wissen natürlich, dass dieses Ritual keinerlei Auswirkung auf die Sonnenstrahlen des nächsten Tages haben wird, aber wer wären wir, den Aberglaube dieser possierlichen Touris in Frage zu stellen. Schließlich wollen wir auch in Zukunft diese kleinen Racker, die vor diesem Sommer fast schon vom Aussterben bedroht schienen, und ihre putzigen Rituale beobachten…

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Wegen der Sicherheit

Strandbesuch an einem herrlichen Sonnentag – da ist es gar nicht so einfach, auf ausreichenden Sicherheitsabstand zu achten. Wir haben es trotzdem geschafft:

Und wenn man Gefahr läuft, dass einem die Massen doch mal zu nahe kommen:

Bei ausreichendem Abstand kann man allerdings auf den Schnauzenschutz auch mal verzichten:

Ab nächster Woche dürfen auch die Touristen wieder nach MV, dann dürfte es wohl noch schwieriger werden, den Abstand zu wahren…

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Kuscheln trotz Corona

Die “Ausgangssperre” wird kommen, das ist klar. Zum Glück ist in der heutigen Zeit die Kommunikation auch von zuhause aus problemlos möglich – Messenger jeder Art, Skype oder zur Not das gute alte Telefon (die Älteren von uns werden sich erinnern). Aber Kommunikation allein reicht auf Dauer nicht aus, Kuscheln und Knuddeln ist einfach notwendig für die Seele. Wer dann mit seinen Lieben zuhause “gefangen” ist hat diesbezüglich (hoffentlich) kein Problem, Alleinlebende hingegen haben es da schon deutlich schwerer. Deshalb plädieren die Schnuten für Kuschelplüschies!

Jeder sollte einen Kuschelpinguin…

…einen Kuschelhasi…

…oder etwas Ähnliches haben! Also, ab, die alten Kuscheltiere aus dem Keller holen, entstauben und ordentlich knuddeln!

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Freiluft-Nerds

Benedikt (der Anstoß): Es gibt da ein witziges Spiel, Ingress, das möchte ich mal ausprobieren. Da spaziert man durch die Gegend und sucht so Portale. Kann man die Nerds mal aus dem muffigen Keller locken. Lust, das zu testen?

WikiPedia (die Theorie): Ingress ist ein Augmented-Reality-Spiel von Google. Der Spieler gehört zu einer der beiden Fraktionen, den Erleuchteten (Enlightened, grün) oder dem Widerstand (Resistance, blau). Ziel des Spiels ist, für die Fraktion, für die man spielt, möglichst viel Gebiet („Mind Units“, MU) zu erobern. Dies geschieht, indem man sog. Portale übernimmt und diese dann zu sog. Feldern verlinkt.

Stef (die Praxis): Wenn der Nerd den muffigen Keller verlassen hat wird er von seinem Androiden mittels eines leidlich erahnbaren Koordinatenfeldes – welches zudem blaue und grüne Funkenregen absondert – und netten Piepstönen durch die Landschaft geführt. Putzig. Die meiste Zeit allerdings steht der Freiluft-Nerd in der Gegend rum und starrt konzentriert auf sein Spielgerät:

Fazit: Je nun, wem’s Spaß macht… Aber irgendwie sehr sheldonesk, das Ganze. 😉

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Pommesbudentest indisch

Nein, natürlich testen wir keine indischen Pommesbuden, aber…

Der letzte Abend vor Benedikts Heimreise sollte stilvoll beim Stamminder zelebriert werden. Mit bangem Blick – bereits Benedikts Anreise hatten wir dort feiern wollen, aber die geschlossenen Rolläden schienen den Gerüchten ob einer Geschäftsaufgabe weitere Nahrung zu geben – schauten wir um die Ecke, und siehe da, es brannte Licht und sah aus wie immer: Gleiche Aufmachung, gleiche, schlichte Einrichtung, gleiche Volksmassen, gleicher Name – aber nur draußen. Neu waren Karte und Inhaber, und wo – immer noch – Prince drauf steht ist jetzt Shakty’s drin. Eine – entscheidende – Neuerung fiel ausgerechnet Fleischfan Benedikt zuerst auf: Die Rubrik “Hauptgerichte vegetarisch” hatte er noch souverän übersprungen, aber als es als Alternative zu den vegetarischen lediglich vegane Gerichte gab dämmerte es ihm: Fleisch Fehlanzeige! Seiner ersten Reaktion “ooops” folgte Reaktion Nummer zwei: Qool! Da Stef der vegetarischen Küche sowieso zugetan ist ließen wir uns also auf das Abenteuer ein…

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