Dienstreise mit Kurzurlaub

Mal wieder verschlägt es uns nach Berlin, mal wieder ist es dienstlich. Die Dampfermesse steht an, und wenn sie schon quasi vor der Haustür stattfindet…
Also am Samstag nach Ladenschluss ins Auto und ab in unsere Lieblingsstadt. Das Hotel liegt nicht nur in der Nähe des Veranstaltungsortes, sondern auch noch mitten in einem Tourizentrum – an der Eastside Gallery. Wie schön, Ausblick auf die Spree, die Oberbaumbrücke, auf Kreuzberg…

…oder auf den BSR-Betriebshof.

Egal, nach dem Einchecken geht es erst mal auf die Partymeile nach Kreuzberg. Zugegeben, die wohl verranzteste Partymeile Deutschlands. Während einer unserer Mitarbeiter eher einen Kulturschock erleidet fühlen wir Schnuten uns sofort heimisch, und natürlich wird der Abend stilecht mit einer – gar nicht mal so schlechten – Currywurst eingeläutet.
Dann lassen wir uns einfach treiben, genießen das Menschengewimmel, wobei man nie weiß, ob das Gegenüber gerade von einem Kostümfest kommt, zu einer Mangaconvention will oder ob dies einfach der ganz eigene Stil ist. Herrlich!

Den Absacker gibt es in – oder, da wir geloben, Rücksicht auf die wohl etwas zickigen Nachbarn zu nehmen, vor – einer kleinen, sympathischen jamaikanischen Bar, die wir für ihren freundlichen Service und die hervorragenden Cocktails ausdrücklich lobend erwähnen wollen.

Die Post-Absacker-Currywurst hingegen wollen wir ausdrücklich nicht lobend erwähnen!

Nach einer sehr kurzen Nacht wird es dann dienstlich – ab zur Messe! Einen kleinen Bericht darüber finden Interessierte natürlich bei den Dampfschnuten.

Abends – ja, wir hängen spontan noch eine Nacht dran – zieht es uns in den anderen Partykiez – diesmal Marke „Soziologie-Studenten und sich jung geblieben fühlende Bionademuttis“ – wo es uns auf der Suche nach etwas Essbarem – bisherige Tagesmahlzeit einzig das eher bescheidene Hotelfrühstück –  ins – oder, trotz drohenden Regens, wieder vor – das „Lemon Leaf“ treibt. Das Restaurant wirbt mit Fusionsküche aus Laos, Kambodscha und Vietnam, und ja, wir sind hin und weg! Keine Ahnung, wann wir das letzte Mal so lecker gegessen haben, aber hier stimmt alles, und wir sind garantiert nicht zum letzten mal dort!

Auf dem anschließenden Verdauungsspaziergang schwelgt Benedikt in Erinnerungen und ist schwer beeindruckt, wie schnell sich ein ganzer Stadtteil in wenigen Jahren verändern kann.

Carsharing sei Dank erreichen wir unser Hotel noch trockenen Fußes, und diesmal geht es früh in die Betten. So ist zumindest der Plan, und der würde auch funktionieren, es sei denn, man beschließt, nur noch einen „kurzen Absacker“ an der Hotelbar zu nehmen…

Am Montag sind wir vorerst nur zu einem fähig: Frühstück. Dies genießen wir in der Moccabar, inklusive eines nach Farben kochenden Malers und einer Wanderzeitung. Muss jetzt niemand verstehen.

Den Bummel durch die dritte Tourimeile beschließen wir mit einem spontanen Besuch in einem kleinen, sympathischen Dampferladen, und dann geht’s auch schon wieder nach Hause, wobei Stef die Hälfte der Fahrt verschläft, aber je nun…

Es war ein schöner Kurzurlaub, der spontan angehängte Tag war Gold wehrt – zum Glück wissen wir den Laden bei den Jungs in guten Händen. Es wird bald wieder Zeit für einen Besuch dort. Gerüchteweise findet im Oktober die nächste Dampfermesse in Berlin statt…

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Mal wieder in Berlin

Nach über zwei Jahren verschlug es die Schnuten mal wieder nach Berlin. Ursprünglich war das ja schon während unserer Urlaubswoche angedacht, aber Spaß und Erholung waren als Grund wohl nicht ausreichend, und so musste eben jetzt die Deutschlandpremiere des Films A Billion Lives (zu dem bestimmt vielleicht später an anderer Stelle noch eine separate Würdigung erscheint) herhalten. 😉

Nach Ladenschluss ging es direkt auf die Autobahn, also musste bei der Ankunft als erstes der knurrende Magen zumindest temporär gestillt werden:

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Ja, Berliner Currywurst, Klischee und so, dazu aus Zeitmangel nicht an der „Stammbude“ am U-Bahnhof Gesundbrunnen sondern am – viel zu hektischen – Alex, da dieser nur zwei Minuten vom Hotel und fünf Minuten vom Kino entfernt liegt. Die Qualität? Ganz passabel, und selbst bei dieser Kette noch deutlich besser als die meisten Currywürste in Meck Pomm. Die besten gibt es ja sowieso im Rheinland und im Pott, aber das ist eine andere Geschichte.

Leidlich ausreichend gesättigt ging es dann zum Kino, wobei nicht nur der Film Premiere hatte, auch waren die Schnuten erstmals im Kino International.

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Der Veranstaltungsort gefiel und passte irgendwie auch zu diesem Film. Dass die zweite Vorstellung des Abends nicht mal zur Hälfte ausverkauft war empfanden wir schon als ziemlich peinlich, allerdings konnte man sich so wenigstens im Saal gut ausbreiten.

Die Aftershowparty im Club gegenüber haben wir natürlich auch besucht – wenn auch nur für eine Viertelstunde, wir zogen einen amüsanten Abend in netter Gesellschaft in der Hotellobby vor. Dass dieser Abend weder früh noch nüchtern endete versteht sich, das gehört sich für Berlin-Besuche, so will es das Gesetz.

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Und dass wir nach viel zu wenig Schlaf den Sonntag entsprechend verknautscht begannen – geschenkt.

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Ein großer Becher Kaffee und die Aussicht aus dem Hotelfenster halfen uns aber zumindest ansatzweise über diesen Zustand hinweg.

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Zu ausufernden Aktivitäten waren wir dennoch nicht in der Lage, also gab es nur einen kleinen Spaziergang durch die touristisch verseuchte, hektische und laute Mitte und – eine weitere Premiere – den Besuch der Schlossbaustellenaussichtsplattform. Auf der Baustelle hat sich ja einiges getan, und der Bau wirkt, egal ob man ihn als sinnvoll oder pure Geldverschwendung ansieht, schon recht imposant. Und wenn man schon mal da oben stand musste natürlich auch das ein oder andere Foto…

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Da sich ein Schokocroissant als Tagesmahlzeit nicht als ausreichend herausstellte musste vor der Rückfahrt noch was Ernsthaftes zum Futtern her. Wie das aber in großen Städten nunmal ist: Restaurants im Zentrum sollte man meiden – meist sind Service und Küche nicht darauf angelegt, dass die Gäste wiederkommen. Und da die Rückfahrt sowieso über den Berliner Norden führte besuchten wir nach fast drei Jahren mal wieder einen alten Bekannten, unseren Weddinger Stammtamilen.

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Des Inhabers Wiedersehensfreude stieg spontan nachdem wir unsere lange Abwesenheit mit den trennenden Kilometern erklärt hatten, und so wurden wir alsbald zur Verkostung diverser Leckerlies „genötigt“.

Es war ein schöner Ausflug, bei dem durchaus Urlaubsstimmung aufkam. Dennoch ist nach dem Wochenende klar: Berlin als Besucher gerne, aber wieder dort wohnen, das muss – zumindest vorerst – nicht sein.

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Dennoch kommen wir demnächst bestimmt noch mal vorbei, dann mit hoffentlich etwas mehr Zeit!

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