Ach komm, das schaffen wir schon
Ach komm, das schaffen wir schon

Ach komm, das schaffen wir schon

Wer erinnert sich nicht daran: Bis zum Alter von ungefähr 30 zieht ständig irgendwer aus dem Freundeskreis um, und so trifft man sich gefühlt jedes dritte Wochenende zum kleinen Umzugshappening und hilft sich gegenseitig beim Schleppen von Futon-Bett und Billy-Regal. Irgendwann werden die Umzüge seltener, man selbst älter, und spätestens wenn man die 40 überschritten hat weiß man zu schätzen, dass es spezialisierte Firmen gibt, die gegen einen moderaten Obolus auch die schwersten Kisten und Möbel – meist ohne erkennbare körperliche Anstrengung – von einem Ort zum anderen schleppen. Und wahrscheinlich kennt auch jeder die berühmten drei Phasen, wenn man sich dann doch entscheidet, auf eben diese professionelle Hilfe zu verzichten:

Phase 1: Das soll ne Spedition machen, wir sind zu alt für den Scheiß!
Phase 2: Ach komm, wir packen die Kartons leicht, dazu die paar Möbel, so viel ist das auch nicht, und wir sind ja schließlich keine alten Männer!
Phase 3: Das soll ne Spedition machen, wir sind zu alt für den Scheiß!

Nun hat Benedikt die Gelegenheit, im Nachbarhaus eine wunderschöne Wohnung zu beziehen, und da muss er natürlich zugreifen. Seit seinem letzten Umzug sind aber elf Jahre vergangen, da hat sich doch sehr viel angesammelt, das ausgemistet werden möchte. Außerdem hat man mittlerweile auch verdrängt, wie anstrengend so ein Umzug sein kann. Und so beschließt Benedikt, auf die Dienste einer Spedition zu verzichten und den Umzug in Eigenregie über die Bühne zu bringen.

Der Start lässt sich noch gut an – es wird ausgemistet und sortiert, und nach und nach finden die ersten Umzugskartons ihren Weg in die neue Wohnung.

Natürlich sind wir auch diesmal wieder überrascht, wie viele Kartons man benötigt. Noch viel überraschter sind wir aber als uns klar wird, dass die Zeit viel schneller verfliegt als geplant. Also wird an Schlagzahl zugelegt, und bald werden die Kartons deutlich “kreativer” gepackt (und beschriftet).

Hatten wir eigentlich erwähnt, dass Benedikts alte Wohnung im 2 1/2. Stock liegt? Und die neue Wohnung ebenfalls? Und dass er sich ein paar Monate vor dem Umzug noch neue Schränke fürs Schlafzimmer gekauft hat? Große Schränke? Sehr große Schränke? Und dass unter seinen Möbeln auch einige “Erbstücke” sind, bei denen allein ein Einlegeboden so viel wiegt wie ein kompletter Schrank aus moderner Fertigung?

Egal, wir ziehen das durch, und zwar ohne Rücksicht auf körperliche Blessuren:

Zum Glück haben wir beim Schrankab- und aufbau Unterstützung, und obwohl uns zwischenzeitlich große Zweifel an der Aktion – und unserem geistigen sowie körperlichen Zustand – kommen, findet irgendwann tatsächlich alles den Weg in die neue Wohnung.

Natürlich ist einiges erst rudimentär eingerichtet: Das neue Bett lässt ebenso noch auf sich warten…

…wie die Küche. Aber einige Nächte lässt es sich auf einem Notbett schon aushalten, und mit der Kaffeemaschine ist das wichtigste Utensil in der Küche ja schließlich betriebsbereit.

Nach einem “gemütlichen Start” haben wir zuletzt eine Woche am Stück gepackt und geplackt. Die alte Wohnung ist inzwischen leer, fast alle Schränke in der neuen sind aufgebaut, jetzt heißt es “nur noch”, sich langsam einzurichten.

Und mittlerweile sind wir sogar körperlich und geistig wieder halbwegs hergestellt:

Eines haben wir uns allerdings geschworen: Den nächsten Umzug übernimmt eine Spedition – wir sind zu alt für den Scheiß!

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